Die Stadt - Geschichte

Religionen

Weinheim gehörte zunächst zum Bistum Worms und war Sitz eines Dekanats. Wie in der gesamten Kurpfalz, so wurde auch in Weinheim die Reformation eingeführt, allerdings erst spät ab 1565. Zunächst gab es nur reformierte Gemeindeglieder. Ab 1689 wurde auch eine lutherische Gemeinde gegründet. Da die Kurpfalz ab 1685 auch wieder katholische Herrscher hatte, konnten auch die Katholiken in Weinheim wieder Fuß fassen. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung betrug 1689 etwa zwei Siebtel.

Nach dem Übergang an das Großherzogtum Baden 1806 erfolgte 1821 die Vereinigung beider protestantischen Gemeinden zu einer unierten Gemeinde. Weinheim wurde Sitz eines Dekanats. Der zugehörige Kirchenbezirk heißt heute Ladenburg-Weinheim und umfasst 22 Kirchengemeinden, darunter folgende Kirchengemeinden im Stadtgebiet Weinheims: Kirchengemeinde Weinheim (bestehend aus den Pfarrgemeinden Johannis, Lukas, Markus und Peterskirche), Kirchengemeinde Lützelsachsen, Kirchengemeinde Hohensachsen, Kirchengemeinde Heiligkreuz-Oberflockenbach und Paul-Gerhardt-Gemeinde Sulzbach.

Die katholische Gemeinde gehörte zunächst weiterhin zum Bistum Worms, nach dessen Auflösung zum Generalvikariat Bruchsal, bevor sie 1821/27 Teil des neu gegründeten Erzbistums Freiburg wurde. Weinheim wurde wieder Sitz eines Dekanats. Heute umfasst das Dekanat Weinheim 14 Pfarrgemeinden. Die Pfarrgemeinden Weinheims St. Laurentius, St. Marien, Herz-Jesu (mit Filiale Sulzbach) und St. Jakobus Hohensachsen bilden zusammen mit der Pfarrgemeinde St. Johann Baptist im benachbarten Leutershausen (Gemeinde Hirschberg an der Bergstraße) die Seelsorgeeinheit Weinheim.

Seit 1228 gab es immer wieder vereinzelt Juden in Weinheim. Im 19. Jahrhundert bildete sich eine größere Gemeinde heraus, insbesondere durch den Zuzug aus kleineren Landgemeinden in die Stadt, die ihren Höhepunkt 1905 mit 192 Mitgliedern erreichte. Die Mehrzahl der 168 Juden, die 1933 in Weinheim lebten, wanderten aufgrund der nationalsozialistischen Verfolgungen rasch aus, insbesondere in die USA, oder zogen in Großstädte. Die Synagoge wurde 1938 von der SA demoliert und kurz darauf gesprengt. Ein Gedenkstein in der Bürgermeister-Ehret-Straße erinnert an dieses Geschehen.Die verbliebenen 47 Weinheimer Juden wurden 1940 im Rahmen der Wagner-Bürckel-Aktion nach Gurs verschleppt. Die meisten wurden dort oder in Auschwitz ermordet. 2007/2008 wurde durch den Förderkreis des Museums Weinheim e. V. eine Online-Datenbank „Jüdische Spuren in Weinheim“ aufgebaut und im November 2008 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Neben den beiden großen Kirchen gibt es in Weinheim heute auch Freikirchen und Gemeinden, darunter eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten), die Liebenzeller Gemeinde Weinheim, eine Gemeinde der Siebenten-Tags-Adventisten (Adventgemeinde). Auch die Zeugen Jehovas und die Neuapostolische Kirche sind in Weinheim vertreten. Muslimische Vereine und Gruppen unterhalten die Türkiyem Mevlana Moschee.


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Info

Wappen
  • Bundesland: Baden-Württemberg
  • Regierungsbezirk: Karlsruhe
  • Landkreis: Rhein-Neckar-Kreis
  • Stadtgliederung: Kernstadt und 10 Stadtteile
  • Höhe: 135 m ü. NN
  • Fläche: 58,11 km²
  • Breitengrad: 49° 33′ N
  • Längengrad: 8° 40′ O
  • Postleitzahl: 69469
  • Kfz-Kennzeichen: HD
  • Einwohner: ca. 43 692
  • Bevölkerungsdichte: 752 Einwohner je km²
  • Gemeindeschlüssel: 08 2 26 096
  • Adresse der Stadtverwaltung: Obertorstraße 9
    69469 Weinheim
  • Website: www.weinheim.de