Die Stadt - Geschichte
755 n. Chr. war die erste urkundliche Erwähnung Winenheims im Lorscher Codex, dem Urkundenbuch des Klosters Lorsch. Der Name Weinheim kommt nicht vom Wein, der in der Gegend angebaut wird, sondern von Winos Heim.
1000 n.Chr. verlieh Kaiser Otto III. dem Kloster Lorsch das Marktrecht für Weinheim, dem 1065 das Münzrecht folgte. Oberhalb des Ortes erbaute das Kloster Lorsch zur Sicherung seiner Besitzungen die Burg Windeck. Als Lorscher Vogt erhob Pfalzgraf Konrad Ansprüche auf Weinheim und die Burg. Nachdem 1232 das Lorscher Kloster dem Mainzer Bischof unterstellt worden war, kam es zu längeren Streitigkeiten zwischen Mainz und der Pfalz.
Um 1250 legte der Pfalzgraf neben der Altstadt als Gegengründung zu Mainz die Neustadt an. In einem Schiedsspruch erhielt 1264 die Pfalz die Neustadt und die Burg Windeck zugesprochen. Hierbei wurde die Neustadt zum ersten Mal als „Stadt“ bezeichnet, die näheren Umstände der Stadtrechtserhebung sind nicht überliefert. 1308 ging auch die Altstadt auf die Pfalz über. Ab 1368 gehörte Weinheim zum unabtrennbaren Kerngebiet der Kurpfalz und unterstand seit Ende des 14. Jahrhunderts dem Oberamt Heidelberg. 1454 wurden die bis dahin verwaltungstechnisch immer noch getrennten Gebiete der Altstadt und der Neustadt zu einer Stadt vereinigt.
Im 17. Jahrhundert wurde Weinheim im Dreißigjährigen Krieg, im Holländischen Krieg und im Pfälzischen Erbfolgekrieg mehrfach von fremden Truppen erobert und die Burg Windeck zerstört.
1698 verlegte Kurfürst Johann Wilhelm für zwei Jahre seinen Hof, die Heidelberger Universität und die kurfürstliche Münzstätte und Druckerei nach Weinheim. Die Pläne, die einen großzügigen Ausbau des Weinheimer Schlosses vorsahen, wurden allerdings nicht verwirklicht.
1803 wurde die Kurpfalz aufgelöst und Weinheim gelangte zu Baden, wo es Sitz eines Bezirksamtes wurde. Während der Badischen Revolution 1848 unterbrachen Weinheimer Radikale die Eisenbahnstrecke und brachten damit einen Zug zum Entgleisen, der für den Truppentransport bestimmt war, um den Struve-Putsch niederzuschlagen. 33 Weinheimer wurden daraufhin angeklagt.
Politisch waren seit der Reichsgründung 1871 die Nationalliberalen die stärkste Strömung, ehe sie Anfang des 20. Jahrhunderts von den Sozialdemokraten abgelöst wurden. Bei der Reichstagswahl 1912 erzielte der sozialdemokratische Kandidat 49,7 Prozent in der Stadt.
In der Weimarer Republik blieb die SPD zunächst stärkste Partei, mußte jedoch bald Stimmeneinbußen hinnehmen: Im Januar 1919 entschieden sich 59,2 Prozent der Wähler für die Sozialdemokraten; im Juni 1920 waren es 33,2 Prozent. Der KPD gelang es im Juli 1932, mit 19,5 Prozent mehr Stimmen als die SPD (19,3 Prozent) zu erzielen. Der KPD konnte im Gegensatz zu anderen Orten in Weinheim eine kontinuierlich arbeitende Führung aufbauen. Das Ortskartell des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes war 1927 eines der wenigen in Baden, das von Kommunisten dominiert wurde. Eine Ortsgruppe der Nationalsozialisten bestand bereits vor Oktober 1923. Nach dem vorübergehenden Verbot der NSDAP wurde die Ortsgruppe im Juni 1925 neu gegründet und entwickelte sich unter Führung des späteren badischen Ministerpräsidenten Walter Köhler zur drittgrößten Ortsgruppe in Baden. 1928 gehörten 250 von gut 2400 badischen Nationalsozialisten der Weinheimer Ortsgruppe an. Bei Wahlen erzielte die NSDAP stets überdurchschnittliche Ergebnisse und wurde bei den Landtagswahlen 1929 mit 26,7 Prozent (Land Baden 7 Prozent) erstmals stärkste Partei. Nach der nationalsozialistischen „Machtergreifung“ erhielt die NSDAP im März 1933 46,2 und die KPD 19,1 Prozent der Stimmen.
1936 wurde das Bezirksamt Weinheim aufgelöst und mit dem Bezirksamt Mannheim vereinigt, woraus 1938 der Landkreis Mannheim entstand, bevor dieser zum 1. Januar 1973 im Rahmen der Kreisreform aufgelöst und Bestandteil des Rhein-Neckar-Kreises wurde.
Die Einwohnerzahl der Stadt Weinheim überschritt 1943 die 20.000-Grenze. Daher wurde Weinheim bereits mit Inkrafttreten der baden-württembergischen Gemeindeordnung am 1. April 1956 kraft Gesetzes zur Großen Kreisstadt erklärt.
Religionen
Weinheim gehörte zunächst zum Bistum Worms und war Sitz eines Dekanats. Wie in der gesamten Kurpfalz, so wurde auch in Weinheim die Reformation eingeführt, allerdings erst spät ab 1565. Zunächst gab es nur reformierte Gemeindeglieder. Ab 1689 wurde auch eine lutherische Gemeinde gegründet. Da die Kurpfalz ab 1685 auch wieder katholische Herrscher hatte, konnten auch die Katholiken in Weinheim wieder Fuß fassen. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung betrug 1689 etwa zwei Siebtel.
Nach dem Übergang an das Großherzogtum Baden 1806 erfolgte 1821 die Vereinigung beider protestantischen Gemeinden zu einer unierten Gemeinde. Weinheim wurde Sitz eines Dekanats. Der zugehörige Kirchenbezirk heißt heute Ladenburg-Weinheim und umfasst 22 Kirchengemeinden, darunter folgende Kirchengemeinden im Stadtgebiet Weinheims: Kirchengemeinde Weinheim (bestehend aus den Pfarrgemeinden Johannis, Lukas, Markus und Peterskirche), Kirchengemeinde Lützelsachsen, Kirchengemeinde Hohensachsen, Kirchengemeinde Heiligkreuz-Oberflockenbach und Paul-Gerhardt-Gemeinde Sulzbach.
Die katholische Gemeinde gehörte zunächst weiterhin zum Bistum Worms, nach dessen Auflösung zum Generalvikariat Bruchsal, bevor sie 1821/27 Teil des neu gegründeten Erzbistums Freiburg wurde. Weinheim wurde wieder Sitz eines Dekanats. Heute umfasst das Dekanat Weinheim 14 Pfarrgemeinden. Die Pfarrgemeinden Weinheims St. Laurentius, St. Marien, Herz-Jesu (mit Filiale Sulzbach) und St. Jakobus Hohensachsen bilden zusammen mit der Pfarrgemeinde St. Johann Baptist im benachbarten Leutershausen (Gemeinde Hirschberg an der Bergstraße) die Seelsorgeeinheit Weinheim.
Seit 1228 gab es immer wieder vereinzelt Juden in Weinheim. Im 19. Jahrhundert bildete sich eine größere Gemeinde heraus, insbesondere durch den Zuzug aus kleineren Landgemeinden in die Stadt, die ihren Höhepunkt 1905 mit 192 Mitgliedern erreichte. Die Mehrzahl der 168 Juden, die 1933 in Weinheim lebten, wanderten aufgrund der nationalsozialistischen Verfolgungen rasch aus, insbesondere in die USA, oder zogen in Großstädte. Die Synagoge wurde 1938 von der SA demoliert und kurz darauf gesprengt. Ein Gedenkstein in der Bürgermeister-Ehret-Straße erinnert an dieses Geschehen.Die verbliebenen 47 Weinheimer Juden wurden 1940 im Rahmen der Wagner-Bürckel-Aktion nach Gurs verschleppt. Die meisten wurden dort oder in Auschwitz ermordet. 2007/2008 wurde durch den Förderkreis des Museums Weinheim e. V. eine Online-Datenbank „Jüdische Spuren in Weinheim“ aufgebaut und im November 2008 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Neben den beiden großen Kirchen gibt es in Weinheim heute auch Freikirchen und Gemeinden, darunter eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten), die Liebenzeller Gemeinde Weinheim, eine Gemeinde der Siebenten-Tags-Adventisten (Adventgemeinde). Auch die Zeugen Jehovas und die Neuapostolische Kirche sind in Weinheim vertreten. Muslimische Vereine und Gruppen unterhalten die Türkiyem Mevlana Moschee.
Weinheim im Web
Stadt Weinheim - Bergstrasse - Geschichte
800 v. Chr. Bronzehortfund im Weiler NÀchstenbach bei Weinheim. 100 - 260 n. Chr. Herrschaft der Römer. FÌnf römische LandgÌter sind auf der Gemarkung Weinheim bekannt.
Geschichte Weinheims
Geschichte Weinheims. Weinheim, dessen Geschichte bis in die Römerzeit zurückreicht, erscheint in karolingischer Zeit als Ort des Lobdengaus, dessen ...
www.sino.uni-heidelberg.de/students/tjuelch/Andere%20Staedte/Weinheim/Geschichte.htm
Weinheim Marketing - Führungsangebot
Wanderungen auf den Spuren der Geschichte rund um Weinheim Die Geschichte Weinheims, geologisches Zeitalter, Entstehung unserer Landschaft, geheimnisvolle Bäume.
www.weinheim-marketing.de/index.php?option=com_content&task=view&id=24&Itemid=36
Weinheim in den Blogs
Neue Umfrage: Rot-Grün neue politische Mehrheit in Baden ...
In Baden-Württemberg gibt es eine neue politische Mehrheit: Rot-Grün liegt erstmals in der Geschichte des Landes Baden-Württemberg vorne, Schwarz-Gelb hat seine Mehrheit verloren. Das ist das Ergebnis einer neuen repräsentativen Umfrage, ... Homepage SPD-Landesverband Baden-Württemberg. Veröffentlicht am 27.07.2010. « SPD will Kosten beim Ärztehaus und Verwaltungszentrum Weinheim im Griff behalten . SPD will mit der BA dezentrale Arbeitsvermittlung organisieren » ...
Quelle: SPD Weinheim online | Eintrag entfernen
Eine 100m-Geschichte | LG-Bruhrain's Blog
Weinheim – weiter kein Start möglich. Im Training stehen Technikläufe und Stabi im Mittelpunkt. Höchstens submaximale Läufe sind realisierbar. 16.7. – zum ersten Mal ein Herantasten an ein maximales Tempo. 19. und 21.7. ...
Quelle: LG-Bruhrain's Blog | Eintrag entfernen
Neues zur Podiumsdiskussion am Samstag! @ Für-Deutschland
genannten Titeln sowie des Buches von Anntohn / Roques „Der Fall Günter Deckert – Märtyrer für Forschungs-, Meinungs- und Redefreiheit im Spannungsverhältnis von Geschichte / Zeitgeschichte, Justiz und Politik“; dieses Buch gehört zu den ... Sprecher des Vereins „Bürger für aktive Freiheit /Jahnjugend e.V.“, der neben Sonnenwendfeiern auch die jährlichen Weinheimer Volkswandertage (DVV/IVV) und zuvor den Weinheimer DLV-Volklauf durchführte; von 1981 bis 1995 war er ...
Quelle: Für-Deutschland | Eintrag entfernen
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Info
- Bundesland: Baden-Württemberg
- Regierungsbezirk: Karlsruhe
- Landkreis: Rhein-Neckar-Kreis
- Stadtgliederung: Kernstadt und 10 Stadtteile
- Höhe: 135 m ü. NN
- Fläche: 58,11 km²
- Breitengrad: 49° 33′ N
- Längengrad: 8° 40′ O
- Postleitzahl: 69469
- Kfz-Kennzeichen: HD
- Einwohner: ca. 43 692
- Bevölkerungsdichte: 752 Einwohner je km²
- Gemeindeschlüssel: 08 2 26 096
- Adresse der Stadtverwaltung: Obertorstraße 9
69469 Weinheim - Website: www.weinheim.de